Bilderverbrennung  

HansaBunt    22. -  24.  Juni  2007  

Das erste Kunst –und  Kulturfest auf dem Hansaplatz  in Hamburg

                         

Ein  Pavillon,   400  ungerahmte  Bilder: Collagen,    Radierungen,    Figurinen  - und    eine  Tonne,   mein Kunst - Grill!

Aufgeregte  Passantin  zum  Polizisten: „Da   verbrennt     eine   Frau    Bilder !“ Der   amüsiert  sich.    

Die  Provokation wurde    vorschriftsmäßig   angemeldet.                                                

            Was ich an drei Tagen dabei erlebe:

            A:         „Verbrennen Sie wirklich Bilder?  Wie die Bücher bei den Nazis?“

            Ich     „Ich verbrenn nur eigene  Bilder!“

            B:        „Warum se nicht verschenken?“

            Ich:      „Schon mal versucht, tausend Bilder zu verschenken? Da heißt´s dann:

Alle Wände voll,  die Kinder malen so schön!   Und Tante  Emmas toller Wandbehang!  -  

Ja,   Dein  Bild  haben  wir  schon  ins  Klo  gehängt...!  

            B:        „Dann spenden Sie se doch!“

Ich:      „Organisationen nehmen gern das Geld, wenn ich vorher alles verkaufe. Und  Firmen, die  Keller  kostenlos  leer  räumen, 

            werfen die Bilder fort.“

            C:        „Aber  das  ist  ja  grausig,  und  so  was  machen  Sie  noch öffentlich?!

Können sie die nicht heimlich in die  Tonne werfen?“

            Ich:      „Warum? Vielleicht finden die noch ein freundliches Zuhause. -  Mit 1,- € oder mehr kann man das hier retten! 

                        Es ist wirklich nicht mein bestes..!“

           

            Ich gehe zur Tonne und zünde es an.

 

            D:        „Ja!  für mich mit angebrannter Ecke!  1,- € ! –  Ist  das  o.k. ?“

            E:        „Ist das nicht richtig befreiend?

                        Ich  hätte mich auch gerne mit meinen   Aquarellen   beteiligt.“

            Ich:      „Genau! – Künstler  vernichten Bilder -  und ändern ihren  Stil.“

            B:        „Bewahren  Sie  se  doch  auf! Und die sind später was wert!“

            Ich:      „Ne!  Auf meinem Boden hat´s schon durchgeregnet. Hab ´ne   Plane drübergelegt!“  

            F:         „Aufhören oder alle übermalen!“

            Ich:      „Und -   wenn ich  Ideen habe?“

            G:        „Höhere Preise ran schreiben!“

            Ich:      „Schon alles ausprobiert!  Jetzt sind es schon 1000 Stück.  Die vermehren sich.  Ich drucke 80 und verkaufe nur 8 !“

            F:         „Ausstellungen machen!“

            Ich:      „Mache ich! Sechs – bis zehnmal jährlich!  Messen, Märkte, Kulturhäuser.“

           

            Inzwischen kommen Gruppen und Familien und retten Bilder. Bunte Collagen und weibliche Aktskizzen sind beliebt. -  

            Die  Gay-Fraktion entdeckt  bei  den Theater - Kostüm - Entwürfen  zwei  scharfe Ledermänner.  Leider habe ich nicht mehr von

der Sorte, die würden hier in St. Georg weggehen wie warme Semmeln. – Peggy  Parnass rettet  die  Aquatinta: „Lavastrom auf  

Galapagos“  für ihren  Sohn. Zwei Frauen wollen alle beide meinen selbstverfassten Limmerick  haben:

           

Ich:      „Ich bringe morgen einen zweites Blatt der Radierung mit, -  versprochen!“

            G:        „Jetzt  verbrennen Sie  schon wieder eins! -   Verschenken Sie  das doch!“

            Ich:      „Wer bietet 1,-€ ? –  Das ist doch fast verschenkt!“

            G:        „Das ist ja wie die Bücherverbrennung...! Ich fühl mich von Ihnen erpresst!“

            Ich:      „Ich? Sie erpressen? -  Womit habe ich denn Sie in der Hand?“

 

            Es  war  ein  riesiger  Spaß!  -  Beim  nächsten  Mal  habe  ich  immer noch einige hundert  Bilder zuviel. -         

                                                                Der Feuerteufel  wird rückfällig!

                                                                                                                      Inge Koch

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